Grundlage
des
Ertragswerts sind
die nachhaltig erzielbaren jährlichen Miet- oder
Pachteinnahmen aus dem Grundstück (Rohertrag),
die um die Aufwendungen für die Bewirtschaftung
und Erhaltung des Grundstücks (Bewirtschaftungskosten)
reduziert werden. Das Ergebnis ist der Reinertrag.
Er stellt im Prinzip
die Verzinsung des Grundstückswerts (bzw. des dafür
gezahlten Kaufpreises) dar. Deshalb wird der Ertragswert als
Rentenbarwert durch Kapitalisierung des Reinertrags ermittelt.
Der
Reinertrag bezieht sich bei einem bebauten Grundstück
sowohl auf den Grund und Boden als auch auf die Gebäude
und sonstigen Anlagen. Während der Boden als grundsätzlich
unvergänglich angesehen wird, unterliegen die Gebäude
und sonstigen baulichen Anlagen der wirtschaftlichen
Abnutzung, haben also eine begrenzte wirtschaftliche
Restnutzungsdauer.
Daher
ist der Bodenwert
getrennt vom Wert der Gebäude und Außenanlagen
so zu ermitteln, wie er sich ergeben würde, wenn das
Grundstück unbebaut wäre. Der darauf
entfallende Reinertragsanteil wird als angemessener Verzinsungsbetrag
des Bodenwerts, durch Multiplikation des Bodenwerts mit dem
Liegenschaftszinssatz,
bestimmt.
Der auf
die Gebäude und die sonstigen Anlagen entfallende Reinertragsanteil
ergibt sich als Differenz „Gesamtreinertrag des Grundstücks“
abzüglich „Reinertragsanteil des Grund und Bodens“.
Der Ertragswert
der baulichen und sonstigen Anlagen resultiert aus der Kapitalisierung
(d.h. Zeitrentenbarwertberechnung) des Reinertragsanteils
der Gebäude und sonstigen Anlagen, wobei das Ergebnis
maßgeblich über den Liegenschaftszinssatz
und die Restnutzungsdauer beeinflusst wird.
Das sich nun ergebende Zwischenergebnis „vorläufiger
Ertragswert“ setzt sich aus der Summe von „Bodenwert“
und „Wert der baulichen und sonstigen Anlagen“
zusammen.
Möglicherweise
bestehende Grundstücksbesonderheiten sollten nun noch
als besondere
objektspezifische Grundstücksmerkmale
berücksichtigt werden.
Das Ergebnis
bildet den Ertragswert.
Quellen: Sprengnetter (WF-Forum), Arbeitsmaterialien
und Lehrbuch, aktuelle Ausgaben
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